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APIs im Visier: Warum Ihre digitale Infrastruktur das Hauptziel von Cyberkriminellen ist

26. September 2025
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Gregor Trawnizek
APIs im Visier: Warum Ihre digitale Infrastruktur das Hauptziel von Cyberkriminellen ist

APIs unter Beschuss: Warum moderne Cyberangriffe gezielt digitale Schnittstellen attackieren

APIs (Application Programming Interfaces) bilden heute das Fundament nahezu jeder digitalen Plattform. Sie verbinden Onlineshops mit Zahlungsanbietern, mobile Apps mit Datenbanken, CRM-Systeme mit externen Services und ermöglichen Echtzeit-Kommunikation zwischen unterschiedlichsten Anwendungen.

Ohne APIs würden moderne digitale Geschäftsmodelle praktisch stillstehen.

Genau deshalb geraten APIs zunehmend ins Zentrum professioneller Cyberangriffe.

Der aktuelle Thales API Threat Report 2025 zeigt eine deutliche Entwicklung: Cyberkriminelle konzentrieren sich nicht mehr primär auf klassische Netzwerkangriffe oder einfache Malware-Kampagnen. Stattdessen werden APIs gezielt angegriffen, manipuliert und missbraucht, um Geschäftsprozesse zu stören, Daten abzugreifen oder Authentifizierungssysteme auszunutzen.

Für Unternehmen bedeutet das: Die eigentliche Angriffsfläche liegt heute häufig nicht mehr sichtbar im Frontend, sondern tief in der API-Infrastruktur.


Warum APIs für Angreifer besonders attraktiv sind

APIs besitzen direkten Zugriff auf:

  • Kundendaten,

  • Zahlungsprozesse,

  • Benutzerkonten,

  • Produktinformationen,

  • Authentifizierungsmechanismen,

  • interne Geschäftslogik.

Im Gegensatz zu klassischen Webseiten kommunizieren APIs strukturiert, automatisiert und oft ohne menschliche Interaktion. Genau das macht sie für Angreifer ideal.

Moderne Angriffssysteme nutzen:

  • Botnets,

  • Headless-Browser,

  • automatisierte Request-Ketten,

  • Session-Imitation,

  • KI-gestützte Angriffsmuster.

Dadurch können Angriffe wie legitimer Datenverkehr aussehen.

Viele Unternehmen erkennen deshalb erst spät, dass ihre APIs bereits missbraucht werden.


Die gefährliche Verschiebung der Angriffstaktik

Besonders kritisch ist die Veränderung moderner Angriffsmethoden.

Frühere DDoS-Angriffe zielten primär darauf ab, Infrastruktur durch reine Datenmengen zu überlasten. Moderne API-Angriffe funktionieren wesentlich präziser.

Statt Bandbreite anzugreifen, fokussieren sich Angreifer zunehmend auf:

  • Geschäftslogik,

  • Ressourcenverbrauch,

  • Authentifizierungsprozesse,

  • Suchfunktionen,

  • Zahlungsworkflows,

  • datenintensive API-Endpunkte.

Dadurch entstehen deutlich effizientere Angriffe mit geringerem technischem Aufwand.

Ein besonders drastisches Beispiel aus dem aktuellen Bericht beschreibt einen Angriff auf eine Finanzdienstleistungs-API mit bis zu 15 Millionen Requests pro Sekunde.

Das Ziel war nicht nur Überlastung – sondern die gezielte Erschöpfung kritischer API-Ressourcen innerhalb der Application Layer.


Warum klassische Sicherheitsmaßnahmen oft nicht mehr ausreichen

Viele Unternehmen schützen primär:

  • Firewalls,

  • Server,

  • Netzwerke,

  • Login-Bereiche.

APIs bleiben dabei häufig unzureichend überwacht.

Das Problem:
Moderne API-Angriffe nutzen legitime Funktionen des Systems selbst.

Angreifer müssen oft keine Malware einschleusen oder Sicherheitslücken im klassischen Sinn ausnutzen. Stattdessen missbrauchen sie vorhandene Prozesse:

  • Produktsuchen,

  • Login-Versuche,

  • Preisabfragen,

  • Passwort-Reset-Funktionen,

  • Warenkorb-Logik,

  • Token-Systeme.

Dadurch wird die Erkennung deutlich schwieriger.

Normale Sicherheitsregeln erkennen solche Anfragen oft nicht als verdächtig.


Credential Stuffing und Account Takeover nehmen massiv zu

Besonders betroffen sind APIs ohne moderne Authentifizierungsmechanismen.

Laut aktuellen Analysen steigen Angriffe wie:

  • Credential Stuffing,

  • Session Hijacking,

  • Account Takeover,

  • Token-Missbrauch

massiv an.

Angreifer verwenden dabei häufig:

  • geleakte Zugangsdaten,

  • automatisierte Login-Systeme,

  • verteilte Bot-Infrastrukturen,

  • KI-generierte Angriffsmuster.

Fehlt adaptive Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA), können kompromittierte Accounts oft unbemerkt übernommen werden.

Gerade im E-Commerce, bei Kundenportalen und SaaS-Plattformen entstehen dadurch erhebliche Risiken:

  • Datenverlust,

  • Betrug,

  • Vertrauensverlust,

  • Compliance-Probleme,

  • finanzielle Schäden.


Shadow APIs: Die unsichtbare Angriffsfläche vieler Unternehmen

Eine der größten Gefahren moderner IT-Infrastrukturen sind sogenannte Shadow APIs.

Dabei handelt es sich um:

  • vergessene Endpunkte,

  • alte API-Versionen,

  • Testsysteme,

  • interne Schnittstellen,

  • unzureichend dokumentierte APIs.

In vielen Unternehmen existieren deutlich mehr aktive APIs als tatsächlich bekannt sind.

Besonders problematisch:
Diese Endpunkte besitzen häufig:

  • keine aktuelle Sicherheitsprüfung,

  • schwache Authentifizierung,

  • fehlendes Monitoring,

  • veraltete Libraries,

  • ungeschützte Datenzugriffe.

Für Angreifer sind Shadow APIs deshalb oft der einfachste Einstiegspunkt.


Warum API-Sicherheit heute ein Architektur-Thema ist

API-Sicherheit lässt sich nicht mehr ausschließlich über einzelne Security-Tools lösen.

Entscheidend wird zunehmend die gesamte technische Architektur:

  • API-Gateways,

  • Zero-Trust-Konzepte,

  • Identity-Management,

  • Rate-Limiting,

  • Echtzeit-Monitoring,

  • Event-Logging,

  • zentrale Authentifizierung,

  • segmentierte Systemlandschaften.

Besonders moderne Microservice- und Headless-Architekturen erhöhen die Anzahl interner und externer APIs erheblich.

Ohne klare Governance entstehen schnell:

  • unkontrollierte Schnittstellen,

  • inkonsistente Sicherheitsregeln,

  • fehlende Dokumentation,

  • Sicherheitslücken durch Drittanbieter-Integrationen.


Warum KI auch die Angreifer verändert

Künstliche Intelligenz verändert nicht nur defensive Sicherheitssysteme.

Auch Angreifer nutzen zunehmend:

  • automatisierte Angriffsanalyse,

  • adaptive Bots,

  • intelligente Request-Muster,

  • dynamische Tarnung,

  • Verhaltenssimulation.

Dadurch werden Angriffe:

  • skalierbarer,

  • präziser,

  • schwerer erkennbar,

  • günstiger durchführbar.

Besonders gefährlich werden KI-gestützte Systeme dann, wenn sie legitimes Nutzerverhalten nahezu perfekt imitieren können.


Welche Maßnahmen Unternehmen jetzt priorisieren sollten

Unternehmen sollten ihre API-Sicherheit dringend neu bewerten.

Zu den wichtigsten Maßnahmen gehören:

  • vollständige API-Inventarisierung,

  • Identifikation von Shadow APIs,

  • zentrale API-Governance,

  • adaptive MFA,

  • Rate-Limiting,

  • Bot-Protection,

  • API-Monitoring in Echtzeit,

  • Anomalie-Erkennung,

  • regelmäßige Security-Audits,

  • Zero-Trust-Architekturen.

Zusätzlich wird die Qualität der Dokumentation zunehmend entscheidend.

Viele Sicherheitsprobleme entstehen nicht durch fehlende Technologien, sondern durch:

  • unübersichtliche Systeme,

  • fehlende Transparenz,

  • unklare Zuständigkeiten,

  • historisch gewachsene Infrastruktur.


Fazit: APIs werden zum wichtigsten Sicherheitsfaktor moderner Unternehmen

APIs sind längst nicht mehr nur technische Schnittstellen. Sie bilden das operative Fundament moderner digitaler Geschäftsprozesse.

Genau deshalb entwickeln sie sich zunehmend zur wichtigsten Angriffsfläche professioneller Cyberkriminalität.

Unternehmen, die ihre API-Infrastruktur nicht aktiv überwachen, dokumentieren und absichern, riskieren:

  • Datenverluste,

  • Systemausfälle,

  • finanzielle Schäden,

  • Compliance-Verstöße,

  • Reputationsverlust.

Die größte Herausforderung besteht dabei nicht nur in der Abwehr einzelner Angriffe, sondern in der Kontrolle einer immer komplexeren digitalen Infrastruktur.

API-Sicherheit wird deshalb in den kommenden Jahren weniger ein optionales Security-Feature sein – sondern eine strategische Grundvoraussetzung moderner IT-Architekturen.

FAQ - Oft gestellte Fragen

Was ist die Hauptaussage des Thales API Threat Reports (H1 2025)?

APIs sind zum Hauptziel für Cyberkriminelle geworden, da sie das kritische Bindeglied der digitalen Wirtschaft darstellen. Die Angriffe werden immer raffinierter und zielen direkt auf die Geschäftslogik ab.

Wie hoch ist das Ausmaß der Bedrohung für APIs?
Welche Branchen sind am stärksten betroffen?
Was war das Besondere am rekordverdächtigen DDoS-Angriff?
Was sind "Shadow APIs" und warum sind sie ein Problem?
Was ist die empfohlene Sofortmaßnahme für Unternehmen?